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28. Oktober 2020 #ontheroad

Drei Ebenen & 12 Stationen

geschrieben von Dr. Andreas F. Philipp

postdigital.works ist deine Plattform zur Entwicklung eines guten Lebens für dich als Mensch, deine Organisationen, in denen du Rollen einnimmst und letztendlich für die Gesellschaft in ihrer ganzheitlichen Bewusstheitsentwicklung.

Mit postdigital.works geben wir dir ein Rüstzeug an die Hand, um in einer immer komplexeren Welt Orientierung zu bewahren. Durch die natürliche Verbindung von dir als Mensch, mit den Systemen, in denen Du agierst, eröffnet dir Postdigital einen weiten Horizont deines möglichen Wirkens.

Zur Strukturierung dieser Weite haben wir den zwölf Stationen Pilgerpfad für ein Postdigitales Leben entwickelt:

  1. Sinn: Wozu bin ich da?
  2. Ermächtigung: Mit Vollmacht sprechen und handeln
  3. Stärken stärken: Einzigartig beitragen
  4. Vertrauen und Sicherheit: Geschützte Räume schaffen
  5. Beziehung und Interaktion
  6. Spannungen in Schwebe halten
  7. Entscheiden in Komplexität
  8. Kooperation und Co-Kreation: Neues entstehen lassen
  9. Nachhaltigkeit
  10. Ganzheit
  11. Gesundung und Heilung
  12. Sein: Angekommen! Wo geht es hin?

Diese zwölf Stationen dienen dir als integrales Reflexions- und Entwicklungs-Tool auf deinem Lebensweg. Gleichsam eines Seismographen begleiten sie dich auf deiner Pilgerreise zu dir selbst, zu deinem Wirken und nicht zuletzt bei deinem unverwechselbaren Fußabdruck, den du in dieser Welt hinterlässt. So stabilisierst du als erstes dich, sorgst für nährende Beziehungen und kannst dein einzigartiges Sein der Welt zur Verfügung stellen.

Die 12 Stationen - Kurz erklärt
Dr. Andreas F. Philipp
Dr. Andreas F. Philipp

Station 1: Sinn

Unsere Station 1 befasst sich mit dem Sinn, der Anfang von allem. Die Frage nach dem „Wozu?“. Das gilt für dich als Einzelperson: Was ist der Sinn deines Lebens? Das gilt für jedes Unternehmen und jede Organisation: Wozu gibt es uns, was ist unser Beitrag für diese Welt? Das gilt selbstverständlich auch für eine Gesellschaft, die sich immer wieder fragen muss: Warum wirken wir, wie wir wirken? Wohin geht unsere Ausrichtung? Sind wir im Sinne der Schöpfung noch richtig unterwegs? Wozu ist das, was wir tun von entscheidender Bedeutung, für eine gute Entwicklung dieser Welt? Nach Klärung dieser Sinnfragen, können wir uns auf die Station 2 einlassen.

 

Station 2: Ermächtigung

Ermächtigung nimmt dich als Einzelperson in den Mittelpunkt und befasst sich mit der Frage: Wo hast du Vollmacht, wozu fühlst du dich ermächtigt, einen Beitrag zu leisten? Das gilt ebenso für Unternehmen und Organisationen. Wo ist euer mächtiger Beitrag für diese Welt? Das gilt natürlich auch für unsere Gesellschaft. Welchen Werten wollen wir „Macht“ verleihen? Was wollen wir nicht in unserer Gesellschaft haben?  Wenn wir mit Hilfe dieser Fragen ermächtigt sind, geht es zu unserer Station 3.

 

Station 3: Stärken stärken

Die Konzentration auf das, was du besonders gut kannst, kombiniert mit dem, was dich schon immer begeistert hat, verknüpft mit der Frage, was wird gebraucht in dieser Welt, ist sowohl für dich als Einzelperson, als auch für jedes Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Es klärt deinen einzigartigen Beitrag, den du der Welt schenken kannst. So aufgerüstet, kommst du zu Station 4.

Station 4: Vertrauen und Sicherheit

Vertrauen ist die Grundlage für alles. Du beginnst dein Leben, indem du schrittweise Selbstvertrauen aufbauen kannst. Letztlich wird dein Leben auch davon abhängen, wie stark du der Welt vertrauen kannst.

Wenn du dich in eine Organisation begibst, in der eine Vertrauenskultur herrscht, dann empfindest du Sicherheit. Du spürst, dass du deine ganze Person und deine Einzigartigkeit entfalten kannst. Aus dieser Entfaltung heraus entsteht ein Sicherheitsgefühl, durch das dein Vertrauen zunehmend gestärkt wird. Eine Positivspirale kommt in Gang.

Dementsprechend befassen wir uns in Station 4 genau mit diesen Fragen: Was bedeutet Vertrauen? Wie kann es gestärkt werden? Wie können wir geschützte Räume durch eine Vertrauenskultur entstehen lassen, in der wir uns über uns hinaus entwickeln können? Wie bauen wir eine Gesellschaft auf Vertrauen auf, und welche Sicherheitsräume braucht es, um wirklich vertrauen und in eine integrale Gesellschafts­entwicklung gehen zu können? Mit diesen mächtigen vier Stationen geht’s dann immer mutiger rein ins Leben.

 

Station 5: Beziehungen und Interaktionen

Hier geht es vor allem um Kommunikation in allen „Spielarten“. Wir fangen bei den Grundlagen des kommunikativen Wissens an. Befassen uns dann mit der „Magie“ und Lösungskraft echt wertschätzender Kommunikation, um daraufhin immer tiefer in die Thematik einzusteigen: Wie gehen wir konstruktiv mit Konflikten und Spannungen um? Wie schaffen wir Begegnungs- und Dialogräume, aus denen heraus wir die Zukunft gestalten können? Wie bauen wir sich selbststeuernde Rollenmodelle auf? Wie bilden wir Netzwerke und selbstorganisierte Einheiten zur Bildung lebendiger Organisation, Abläufe und Prozesse? Dann zur Station 6: Spannungen in Schwebe halten.

 

Station 6: Spannungen in Schwebe halten

Hier sind wir geistig im Prozess der „Theorie U“ von Otto Scharmer unterwegs. Wir sind nun fünf Stationen gegangen, und sind ganz unten in der Leere angekommen. Das heißt, wir machen unseren Geist und unsere Vorstellungen, was geschehen soll, komplett frei, setzen uns in Ruhe nochmal hin und halten das, was bis heute an Möglichkeiten da ist, in Schwebe. Wir müssen noch nicht sofort entscheiden, wir müssen noch nicht auf jede Frage eine Antwort haben, sondern wir halten aus, Fragen als ungeklärt, Themen als unbearbeitet und Zukunftsvisionen als noch nicht kristallisierend herausgearbeitet zu haben. Um mit diesem ruhigen und dadurch umso kraftvolleren Prozess zu starten, ist die Station 6 die Basis. Wenn wir das lange genug haben setzen lassen, gehen wir zur Station 7.

Station 7: Handeln, Denken und bewusstes Entscheiden in Komplexität

Hier befassen wir uns vorrangig mit dem Thema: Bewusstes Entscheiden, das aus den ersten sechs Stationen dann aus der Ruhe und der Kraft kommt, und wir befassen uns mit der Realität, dass die meisten Entscheidungen in einer modernen Gesellschaft Entscheidungen unter Komplexität sind. Wir befassen uns auf organisationaler Ebene intensiv mit Methoden, wie Komplexität organisiert werden kann und wie Entscheidungen mithilfe von Komplexitätsorganisations-Tools besser getroffen werden können. Für den Einzelnen geht es in dieser Station darum, zunehmend besser seine Emotionen und Entscheidungsmuster kennen zu lernen und immer zielsicherer aus der Intuition heraus zu entscheiden.

 

Station 8: Kooperation und Co-Kreation

Mit dem bisherigen Rüstzeug der ersten sieben Stationen sind wir jetzt in der Lage, auf allen Ebenen – Individuum, Organisation und Gesellschaft – in wahre Kooperation zu gehen. Kooperation braucht nämlich zwingend das reife, das ruhige und das sich selbst klare Ich, aus dem heraus dann das Du, wie es bei Martin Buber heißt, entstehen kann. Kooperation ist die große Frage der nächsten Jahrzehnte für unsere Welt und unsere Gesellschaft. Darum befassen wir uns in der Station 8 ganz intensiv mit der Frage: Wie kannst du deine Kooperations­fähigkeit steigern, wie organisieren wir kooperative Modelle, wie bringen wir nach unterschiedlichen Betriebssystemen tickende Organisationsmodelle zusammen und welche Elemente und Prozesse brauchen wir für eine zunehmend kooperierende und solidarischer organisierte Gesellschaft. Alle Methoden der Co-Kreation stehen uns zur Verfügung, um das zu gestalten. So ermächtigt, können wir zur Station 9 gehen.

 

Station 9: Nachhaltigkeit

Alles, was wir bei Postdigital der Welt anbieten wollen, hat mit Nachhaltigkeit zu tun. Das fängt bei dir persönlich an: Du, dein Konsum, deine Vorstellung von der Welt, dein Umgang mit der Umwelt ist die Basis jeglicher Nachhaltigkeit. Es geht weiter, wie Organisationen agieren, wie Politik entscheidet, wie Staaten operieren, ja wie wir als Weltgesellschaft miteinander umgehen. Da ist unsere Botschaft klar: Wir wollen nur noch Aktivitäten und Unternehmen unterstützen, die daran interessiert sind, in Generationen zu denken. Von schneller Gewinnmaxi­mierung, der Unicorn-Bewegung des Silicon Valley – in kürzester Zeit Milliarden Gewinne zu generieren, um dann möglichst schnell das Business wieder „selbst zu zerstören“ und dies als eine Art Sport zu sehen – halten wir wenig. Derartige Entwicklungen dienen uns ausschließlich, um wach zu bleiben und uns eindeutig immer wieder für Nachhaltigkeit zu entscheiden – eine wichtige Grundlage für unsere Station 10.

Station 10: Ganzheit

Die Ganzheit können wir auf allen Ebenen erkennen. Für das Individuum ist es z.B. die Ganzheit von Geist, Körper und Seele. Wir sind nicht nur intellektuelle Wesen, sondern wir haben auch einen Körper, mit all seinen Erfahrungen und die Seele mit ihrer tiefen Weisheit. Ganzheit ist aber auch für die Organisation ein wichtiger Punkt: Die Menschen, die mit dabei sind, die Strukturen, die da sind, die Strategien, die Prozesse, die Kultur und nicht zuletzt die gesellschaftliche Wirkung, der Beitrag für das Ganze, für das Gemeinwohl statt ausschließlich individueller Gewinn­maximierung. Das ist die Ganzheit auf unserer Station 10. Natürlich geht’s hier immer auch in gesellschaftliche Fragen hinein, wie wir die Welt durch welche Impulse mitgestalten möchten. Mit diesem ganzheitlichen Blick bewegen wir uns immer mehr auf die Stufe des Integralen Denkens und Handelns (Modelle von Ken Wilber, Don Beck, Clare Graves z.B.), die Basis zur Gesundung und Heilung unserer Welt.

 

Station 11 Gesundung und Heilung

Jede Art von Gesundheit beginnt wieder bei dir. Die Gesundheit jedes Einzelnen, d.h. die Gesundheit des Geistigen, Körper­lichen und Seelischen ist die Basis für die Gesundung unserer Welt, und selbstverständlich ist dazwischen auch wieder die Organisation in ihrer gesunden Vitalität gefragt. Die Kraft zur Resilienz, aber auch die Visionskraft, die Fähigkeit, mit Paradoxien umzugehen, all das sind Fragen der Gesundung und Heilung. Getragen vom 6. Kondratieff-Zyklus werden wir – zumindest bis zur Hälfte dieses Jahrhunderts – Gesundung, neben Kooperation, als das große Metaprinzip erleben. Nicht zuletzt deshalb, ist das unsere Station 11 geworden. Wenn du nun diese elf Stationen durchgegangen bist, dann schlägt für dich die „Geisterstunde“.

 

Station 12: Sein – Deine Station

Unsere Station 12 ist deine Station, d.h., du bearbeitest an dieser, dein für dich in dieser Lebens-, Berufs- oder Entwicklungsphase dringlichstes und tiefstes Thema. Du hast dir dieses auf den bisherigen elf Stationen für dich herausgearbeitet. Das kann für das Individuum eine Fragestellung sein, das kann für jedes Unternehmen eine Fragestellung sein. Das ist selbst­verständlich auch für die Entwicklung unserer Gesellschaft eine Fragestellung – jeweils von größter Bedeutung und Wichtigkeit. So gesehen ist die Station 12 alles und nichts. Es ist die Leere, die Stille, die Offenheit und gleichsam ist es die Verbindung aller Widersprüche, die diese Welt für uns bereithält und die darauf warten, zu deiner tiefsten Fragestellung komprimiert zu werden.

Wenn du an der Station 12 dann deine Frage beantwortet hast, wirst du automatisch wieder zur Station 1, zum Sinn geführt. Um dann, auf einer anderen, im besten Fall erweiterten Bewusstseinsebene als Mensch, Organisation, Unternehmen und Gesellschaft weiter zu gehen. Letztendlich mit dem Ziel, diese Welt ein kleines Stück heller, schöner, liebevoller und dich, einen Schritt erfolgreicher, zufriedener und glücklicher zu machen.