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VERTRAUEN & SICHERHEIT

Ein Klima von Vertrauen oder Angst?

Bietet uns das gesellschaftliche Leben ein Klima von Angst oder von Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen?

VERTRAUEN & SICHERHEIT – Was ist das eigentlich?

Vertrauen gibt Sicherheit in dich selbst, in die Welt, in der Organisation. Aus dieser Sicherheit heraus, kannst Du immer tiefer vertrauen und zu Deinem göttlichen Kern finden eine Positivspirale kommt in Gang: Wie können wir geschützte Räume durch eine Vertrauenskultur entstehen lassen? Wie bauen wir eine auf Vertrauen basierende, postdigitale Gesellschaft auf? Das sind die Fragen bei Station 4.

VERTRAUEN & SICHERHEIT
Was ist das eigentlich?
Stellen wir uns die Frage, welchen Weg
wir gehen und unterstütze wollen.

Eine Gesellschaft, und damit das Zusammenleben und der Umgang miteinander wird gravierend geprägt durch den Grad von Sicherheit, der spürbar wird, wenn man sich als Mensch in ihr bewegt. Wir alle können immer wieder als Gradmesser für die sozialen Felder, in denen wir uns aufhalten, dienen.

Wie erleben wir derzeit die Handlungen von Mitmenschen, Meinungsmachern und Medien? In all den Fragen, die wir uns stellen können, schwingt immer eine wichtige Frage mit: Dient das Verhalten dem Aufbau gegenseitigen Vertrauens oder schürt es Unsicherheit und Angst. Verbindet es uns, oder spaltet es uns?

Wie erleben wir unser eigenes Verhalten? Gehen wir auf unsere Mitmenschen zu, um ihnen zu helfen, oder um sie zu korrigieren? Informieren die Berichte der Medien, die wir konsumieren menschlich, ausgewogen, lösungsorientiert und verbindend, oder spaltend, einseitig und (ver-) urteilend? Entscheiden gewählte Vertreter in Politik und Institutionen umfassend informiert, abwägend, klug und weise, oder folgen sie einseitigen, oder eigenen Interessen?

Ringen wir mit unseren Familien, mit unseren Freunden und auch Fremden in Gesprächen um ein sinnvolles Miteinander oder lassen wir sie wissen und spüren, dass wir es besser wissen? Suchen die Sendungen, die wir einschalten, nach Formaten und Personen, die uns menschlich zueinander bringen, geistig und seelisch nähren, die uns anspornen unser Bestes und Edelstes zu geben und zu sein, oder präsentieren sie Niveaulosigkeit, Freaks, Selbstdarsteller und Sternchen, die weder der Gesellschaft noch der Menschheit etwas Nützliches anzubieten haben?

Führen diejenigen, die wir zu Meinungsführern erheben, Dialoge, um zu guten Lösungen zu kommen oder debattieren sie nazistisch und polemisch vor Fernsehkameras um die beste Quote. Nur, um vor Publikum alle „Gegner“ auszuschalten oder zumindest lächerlich zu machen?

Ist das alles wirklich das öffentliche Leben, das wir uns wünschen oder ist es ein dumpfes, vielleicht sogar widerwärtiges, menschenverachtendes Schauspiel? Alle Menschen wünschen sich wenig Angst und viel Sicherheit. Aber gestalten wir auch in unserem Tun Räume des Vertrauens und der Sicherheit? Gelingt es uns als einzelne, gute Menschen eine Gesellschaft zu schaffen, die Sicherheit, Schutz, Gemeinschaft und Geborgenheit bietet, ausstrahlt und einfordert?

Aus Pädagogik, Psychologie und Medizin wissen wir, wie wichtig es ist, in Sicherheit leben zu können. Allein der Unterschied zwischen einem Zustand von Angst und dem Zustand von erlebter, verlässlicher Sicherheit bewirkt im neurochemischen System des Menschen zwei Zustände, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Deshalb ist es überall dort von größter Bedeutung, wo wir Gemeinschaften schaffen, ob wir ein Klima von Angst oder ein Klima von Vertrauen erzeugen. Denn beides bereitet den Nährboden dafür, wie die Beziehungen aussehen werden, die darauf wachsen.

Lasst uns als Gesellschaft immer wieder die Frage stellen, wie wir leben wollen. Immer wieder. Jeden Tag und in jeder Handlung. Und wenn wir manchmal daran verzweifeln angesichts der Tatsache, dass die Gesellschaft so groß, so anonym, so weit weg, so wenig greifbar ist, hilft es vielleicht, sich folgendes vor Augen zu führen:

Die Gesellschaft ist nichts Fremdes, nichts Abstraktes. Sie ist etwas sehr Vertrautes, Konkretes und Veränderbares. Sie ist jeder einzelne von uns. Die Gesellschaft besteht aus dir und mir.

geschrieben von Markus Hecht